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Freitag, 21. August 2015

Die Bestimmung - Insurgent

Ich rate ab.

Vor allem leidet der Film (so wie „Maze Runner“ auch) am Lieblosigkeitssyndrom: Das kommt, wenn der Produzent denkt „Für einen Jugendfilm ist das gut genug“. Schauspielkunst und Dialogregie heben sich in „Insurgent“ nur wenig von einer Vorabend-Soap ab. Erschwerend kommt dazu, dass wieder alles sehr, sehr ernst genommen wird. Selbst meine Tochter glaubt, dass es keinen dritten Teil mehr geben wird. Hoffentlich stimmt das.


Mach dem grausamen Spiel ein Ende, Tris. Ich habe gelesen, dass es jetzt DOCH noch weitergeht mit Bestimmungs-Filmen. Und weil es bei den "Tributen" so gut funktioniert hat, wird es auch hier ein Trilogie aus vier Filmen (würg...) geben. Ohne mich.

Worum geht’s?


Unwichtig, aber kompliziert. Die böse Möchtegern-Diktatorin Jeanine, hat im Vorgängerfilm eine der fünf Kasten der streng regulierten Gesellschaftsordnung wegbomben lassen. Nun finden ihre Schergen eine seltsame Kiste, in der sie eine Botschaft der Gründerväter vermutet. Diese Botschaft soll ihre Herrschaft legitimieren (Wie kommt sie darauf?) und die Verfolgung der Außenseiter (die sogenannten „Unbestimmten“) rechtfertigen.

Die Kiste bekommt sie aber nur mit einem eben jenen Außenseitern auf. Gewaltanwendung folgt, die Quasi-Aufrührer um die jugendlichen Helden Four (männlich) und Tris (weiblich) werden gesucht und sollen erst getötet werden, dann sollen sie helfen, die komische Kiste zu öffnen. Die beiden flüchten (Action) und verbünden sich mit den Dropouts im Untergrund, die ausgerechnet von Fours Mutter angeführt werden (musste das sein?).
So schaut's aus. Immer am Jammern. Ein Herz wie Butter.

Jeanine erpresst die Rebellen durch Geiselerschießungen, Tris ergibt sich und öffnet die Kiste. Das Ende vom Lied: die Botschaft der Gründerväter sagt das Gegenteil von dem, was Jeanine hören will: Die „Unbestimmten“ sind wichtig, die Bewohner der Stadt sollen außerhalb nach anderen Menschen suchen und ihre Isolation aufgeben.

Wie war’s?


Nicht gut. Meine Zusammenfassung ist sogar spannender als der Film.

Die Diktatorin Jeanine (das ist die mit dem Klemmbrett) ist unfreiwillig komisch. Die jugendlichen Helden reden einen unglaublichen Scheiß – wer diesen hochgestochenen Quatsch verfasst hat, hält seine Zuschauer komplett für minderbemittelt. Und die Geschichte hat weder Herz noch Verstand. Wer da wen liebt und hasst ist unmotiviert und beliebig.
Mir geht jetzt schon dieser ratlose Gesichtsausdruck auf die Nerven. Und nein, das ist keine Voreingenommenheit, sondern Nacheingenommenheit.
Der Plot kommt ständig mit überraschenden, aber leider auch völlig unmotivierte Wendungen um die Ecke. Immer wenn die Situation etwas brenzlig wird, bricht ein Trupp der Rebellen durch die Wand und rettet Damsel-in-Distress-Tris. Das war irgendwann noch nicht mal mehr komisch, sondern zum schämen.

Ja, es soll ein Tablet-Computer sein. Sieht aber aus wie ein Klemmbrett. Wahre Diktatoren tragen ihre Gadgets nicht selbst.
Shailene Diann Woodley als Tris spielt nicht besser als im ersten Teil der Serie und ist kein Vergleich selbst zur ebenfalls problematischen Jennifer Lawrence (unserem Lieblings-One-Trick-Pony).

Friendlys Schulnote: eine VIER-MINUS. Nicht böse, aber schlecht. Spart Euch das Geld für was anderes, zum Beispiel für die "Tribute". Oder für Mad Max, den alten Punk.

Mittwoch, 3. September 2014

Die Bestimmung - Divergent

Babyspeckige Heldin mit kernig-markigem Stirnfalten-Hero im Arm - dieser Film zielt auf die Mädels, kein Zweifel. Einer meiner Söhne lehnte es dann auch ab, den Film ein zweites Mal zu sehen (erstes Mal wohl auf kinox.to oder anderer Streamingplatform und in bescheidener Qualität). Nach langen Unterhandlungen und unter Aufbietung allen väterlichen diplomatischen Geschicks konnten wir ihn mit Crank-2 zufriedenstellen und mein Töchterlein, mein zweiter Sohn und ich kamen in den Genuss von "Divergent".
Will Kalif werden anstelle des Kalifen: Jeanine "Isnogut" Matthews hat finstere Pläne und sieht auch so aus

Worum geht's?

Sci-Fi-Dystropie in Chicago: Alle Menschen müssen sich mit 16 Jahren unwiderruflich für eine von fünf Fraktionen entscheiden: Gelehrter, Soldat, Kümmerer, Bauer oder Richter. Wer aus seiner Fraktion geworfen wird oder austritt, landet beim Lumpenproletariat. Soweit so vorgezeichnet: Heldin Tris ist die Tochter zweier Kümmerer (die auch mit der Regierung beauftragt sind) und wird so gut wie sicher in dieser Fraktion bleiben. Ein Test unter reichlichem Einsatz von Drogen soll die Entscheidungsfindung erleichtern   - bei Tris ist das Ergebnis uneindeutig. Am Wahltag entscheidet sie sich aus einer Laune heraus für "Soldat" - möglicherweise für das untrainierte Sanftmut-Schaf zumindest nicht der leichteste Weg.
Das Mädchen in dem unvorteilhaften Kleid traut sich was: Als erste zu springen bringt schon mal Punkte
Schockierende Neuigkeiten warten auf die Rekruten: das schlechteste Viertel des Lehrgangs wird ausgestoßen. Also besser Gas geben - Tris entwickelt sich trotz der Schikane ihres Ausbilders zu einer passablen Kämpferin und findet im Co-Ausbilder Four und der Mit-Rekrutin Tori Unterstützung und Trost (Schwellgeigeneinsatz...)

Jetzt gibt es eine Einlage von 'körperlich unterlegene arbeitet sich gegen alle Wiederstände hoch', die ganz schön anzusehen ist. Eher unlogisch ist dann wieder, dass die Vorsitzende der Gelehrten-Fraktion (Jeanine Matthews, der Bösewicht der Story) mit Tris Kontakt knüpft. Warum? Weil Tris Vater Minister ist? Ich denke, die Kinder, die die Fraktion wechseln dürfen ihre Eltern nie wieder sehen?
Was ist das denn für eine Kampfstellung? "Verknotete Kobra" statt "Drunken Master"? So ein Blödsinn kann einen richtig aus der Stimmung bringen.
Das ist aber nur der Anfang der Probleme dieses Filmes: Die Haupt-Storyline ist ein Putsch, den die Gelehrtenfraktion (an der Spitze Matthews) gegen die Kümmerer in Gang setzen will. Dazu werden allen Soldaten Geräte implantiert, die sie zu willenlosen Marionetten der leitenden Gelehrten machen. Tris bekommt ein Implantat, ist aber (ohne Erklärung) trotzdem nicht betroffen und macht sich mit ihrem Bruder, ihrem Vater und dem bisherigen Präsidenten auf, um das Hauptquartier der Gelehrten zu erobern und die Kontrolle der Soldaten durch die Implantate zu beenden.

Dort einzudringen ist auch nicht weiter schwer, weil die Eierköpfe der frischgebackenen Soldatin nicht viel entgegenzusetzen haben - außer Four, der nun selbst mit glasigem Blick als Marionette von Janine Matthews den Kontrollraum verteidigt. Tris befreit ihn mit dem tiefen Blick der Liebe von der Implantat-Wirkung (Wie?) und gemeinsam befreien sie die Soldaten aus der Kontrolle der Implantate. Sehr nett: im Finale wird Jeanines Hand mit einem gezielten Messerwurf durch Tris an den übergroßen Touchscreen geheftet (und das ist auch die Antwort der letzten Rätselfrage).
Tris und ihre neuen Freunde: Nur die besten dürfen bleiben

Wie war's?

Der Film ist in Kern und Story undurchdacht und schwach. Aber: Beatrice Entwicklung von der sanftmütigen Kümmerin zur hartgesottenen Soldatin Tris ist gefällig und Jugendfilm-adäquat dargestellt - da macht es Spaß, zuzusehen. Im Ganzen sind die Details des Filmes (auch in der Tricktechnik) gelungen, während die ganze Putsch-Geschichte blutleer bleibt und mich nicht beeindruckt hat.

Friendlys Schulnote: Eine DREI-PLUS / ZWEI-MINUS. Meine Tochter liebt den Film und die drei Bücher, mein mittlerer Sohn findet den Film schwach.


Rätselfrage: Aus welchem Film stammt der Satz: "Es sind 500 Meilen bis Chicago, der Tank ist voll, und wir haben Sonnenbrillen" (Kommt, Leute, das ist wirklich einfach!)
American-Beauty Weichzeichner-Babyspeck: Macht das Tattoo den Rebellen?

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