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Freitag, 28. August 2015

Pitch Perfect 2

Konfus ist er, der zweite „Pitch Perfect“-Film. Was soll man auch machen, wenn der Vorgänger eine schöne, abgeschlossene Geschichte erzählt – mittelgute Regisseure haben die Wahl, entweder dieselbe Geschichte noch einmal zu erzählen (wie in Terminator-3 und Terminator-5) oder eine neue Geschichte mit den gleichen Figuren (wie im „Sex in the City“ Sequel). Option eins: langweilig. Option zwei: meist schwierig, weil die beste Story ja schon erzählt ist. (Wenn ich es mir recht überlege, fürchte ich mich schon vor dem zweiten Teil von „Fack ju Göhte“)
Wer konnte hier schon damit rechnen, dass Fat Amy gleich ihren unbekleideten Unterleib in unvorteilhafter Position dem Präsidenten der USA entgegenstrecken würde

Worum geht’s?


Ihr erinnert Euch noch an das absolute Fiasko am Beginn von „Pitch Perfect 1“? Die Leadsängerin kotzt im hohen Bogen auf die Bühne? Ist etwas Grauenhafteres vorstellbar? 

Ja, es ist. Dieser Film beginnt mit „Fat Amy“ als Miley-Cyrus-in-Dick in einem „Wrecking Ball“-Verschnitt hilflos schwebend, mit im Schritt geplatzter Lycra, und ohne was drunter. Live. Auf der Bühne. In einer Aufführung für den amerikanischen Präsidenten. Schlimmer geht’s nimmer.

Becas A-capella-Gruppe wird zur Strafe (und zum Abwenden von weiteren Vorfällen dieser Art) quasi standgerichtlich aufgelöst. Im offiziellen Schreiben findet Becca noch ein Schlupfloch:  Wenn die „Barden Bellas“ bei der Weltmeisterschaft in Kopenhagen gewinnen, dürfen sie weitermachen.

Leider hat der Film ab jetzt einige Längen: Die abgesagte US-Tour hat eine deutsche Band (DAS SOUND MACHINE, ich muss das großschreiben und nein, es ist kein Schreibfehler) übernommen und die Chefin von DSM ist so fies und böse, wie sich Amerikaner die deutsche Lagerkommandantin vorstellen. Die Bellas versuchen mit gnadenlosem Übereinsatz von Tanz, Glitzer und Requisiten Punkte zu machen und setzen sich dabei selbst in Brand. Beca beschäftigt sich mehr mit ihrem Praktikum beim Musik-Produzenten (wo sie im wesentlichen Kaffee macht, wahrscheinlich für lau) als mit dem Arrangement der Songs und Zoff gibt es auch in der Gruppe. Irgendjemand muss doch schuld sein!

Im Bootcamp: die Truppe findet wieder zu ihrer Identität. Allerdings ist die Luft zum Schneiden

In einem Survival-Camp (unter der Führung von Aubrey, der kotzenden Chorführerin aus dem ersten Pitch-Perfect-Film) kommen sie sich menschlich wieder näher, erzählen von ihren Wünsche und raufen sich als Chor wieder soweit zusammen, dass sie gemeinsam nach Kopenhagen fahren können. Im großen Finale zieht Beca dann eine unerwartete Trumpfkarte, die zugleich rührend und beeindruckend ist. DAS SOUND MACHINE kann trotz makelloser Performance einpacken, die Amerikaner holen zum ersten Mal die Weltmeisterschaft und die „Barden Bellas“ sind rehabilitiert.

(Ganz, ganz ausnahmsweise erzähle ich nicht, welcher Trumpf das ist, um Euch nicht den Spaß und die Überraschung zu nehmen).

Wie war’s?


Vorausschicken möchte ich, dass ich den Film in etwas zweifelhafter Qualität gestreamt habe und das mein linker Lautsprecher einen Wackelkontakt hat, den ich während des Films mehrfach richten musste. Nicht die besten Voraussetzungen für den Genuss eines Musikfilms also. Trotzdem haben mir die Gesangseinlagen gut bis sehr gut gefallen, und das Finale war wirklich fast schon überwältigend.

Allerdings: der Film hat ein ernstes Problem mit seiner Story. Da ist wirklich kein roter Faden drin – der Plot scheint sich ebenso im Ungefähren zu verlieren wie die auseinanderdriftenden Bellas. Nur ein Beispiel: Plötzlich und unerwartet taucht Scheusal „Bumper“ wieder auf und wanzt sich derart übertrieben an Fat Amy heran, dass ich absolut mit einem klassischen „Es war nur eine Wette – har-har-har“ rechnete. Ne, war echt verliebt der Gute. Oder der Regisseur musste Minuten schinden.
"Selbst wenn sie schön sind, sind sie nicht freundlich" - soweit Pitch Perfect zu den Deutschen
Kommen wir nun zu DAS SOUND MACHINE: Das ist einfach nur ein dickes, fettes Klischee. Abgesehen davon, dass es ein feuchter Traum jeder Englisch-Fachkonferenz ist, dass eine deutsche Jugendliche sich in Amerika mit einer Amerikanerin auf Amerikanisch auf ein Wortgefecht einlässt und dabei noch gut aussieht – dieser gelackte Terminatrix-Look und das ganze Übermenschen-Gehabe wäre für mich als Deutscher echt beleidigend (bin ich aber nicht, hihi..).

Beca sieht in PP-2 meistens einfach nur hilflos aus und ist mehr Spielball als Akteur – leider spiegelt sich das auch im schafsmäßigen Gesichtsausdruck. Kaum zu glauben, dass Anna Kendrick auch die Janet in „End of Watch“ spielt.


Friendlys Schulnote: Eine DREI. Kann man gucken, muss man aber nicht. Meine Tochter fand den ersten Teil besser.

P.S.: Regie hat bei diesem Film (aber nicht beim ersten Pitch Perfect!) Elisabeth Banks geführt (die Jurorin in beiden PP-Filmen). Sie ist vielleicht am besten für ihre Rolle als Effie Trinket in "Tribute von Panem" bekannt.

Samstag, 11. Juli 2015

Pitch Perfect

Mädchen gegen Jungen, Mädchen gegen Jungen! Pitch Perfect baut auf ein todsicheres Prinzip, das auch schon in der Grundschule funktionierte. Die Jungs sind natürlich anfangs besser, dann holen die Mädchen auf und am Ende versöhnt sich alles und jeder und jeder Topf bekommt seinen Deckel.

Worum geht’s?


Beca wird von ihrem College-Professor-Vater in die Uni gepresst, und weil es billiger ist und er das wilde Gör so besser unter Kontrolle zu haben glaubt, gleich noch auf das ländliche College, an dem er selbst unterrichtet. Töchterlein will stattdessen nach New York, Musikproducerin werde. (Sehr realistisch überzeichnet: Kommunikation mit Beca scheitert schon daran, dass sie fast immer Kopfhörer trägt).

Will nicht dort sein, wo sie ist: singt nun Randmusik in Oregon, statt in New York das neue Nirvana zu produzieren.


Beca lässt sich auf einen Deal ein: Mindestens ein Jahr College, dann darf sie nach New York. Auf dem College schwänzt sie konsequenterweise alle Vorlesungen und treibt sich beim Uni-Radio herum. Papa zieht die Zügel an: Kein New York, wenn sie nicht am Campusleben teilnimmt!

Was gibt es an Musik-nahen Aktivitäten, hier im Nirgendwo? Beca entscheidet sich für die A-Capella-Band und schon kommt es zum Kampf der Titanen: Aubrey, die Band-Leaderin ist kontrollsüchtig, autoritär und konservativ – Liebe wird das nicht zwischen den beiden. Aber Beca kann singen, und nachdem die ehrgeizige Aubrey im Vorjahr in die Annalen der Musikwettbewerbe einging, als sie sich auf offener Bühne mehrfach und schwungvoll übergeben hat (meine Güte, was in dem schmalen Mädchen alles drin war) kann sie jetzt nicht wählerisch sein.

Das Casting: Teamchefin Aubrey (links) will Mädchen, die singen - aber vor allem sollen sie so aussehen wie sie selbst. Das zum Thema "Fat Amy"...
Nebenbedingung – und da kommen wir wieder zum „Mädchen gegen Jungs“: Wer sich mit einem von der rein männlichen Rivalenband „Treblemakers“ einlässt, wird in Schimpf und Schande ausgestoßen.

Speziell für Beca wird dieser Unvereinbarkeitsbeschluss noch zum Problem werden: Jesse, neues Mitglied der Konkurrenz, scheint ungefähr der einzige normale auf dieser Uni zu sein und gefällt ihr schon ein bisschen.

Wenn man sich kleidet wie die Stewardessen und dasselbe Programm wie letztes Jahr aufführt, muss die Bluse schon mal einen Knopf weiter geöffnet werden - Was sagt die Jury jetzt dazu?
Es folgt allerlei Verwirrung im Mondschein und komische Einlagen der – sagen wir einmal: Sonderbegabungen – der Band. Beim großen Wettbewerb kommt es zum Showdown: Beca sieht, das die Band mit ihrer altbackenen und obendrein bereits im letzten Jahr präsentierten Show das Publikum zu verlieren beginnt und beginnt zu improvisieren. Das bringt ihnen immerhin den undankbaren dritten Platz, aber keinen Auftritt im Finale. Aubrey tobt, wirft Beca aus der Band, und muss zurückrudern, als der Zweitplatzierte disqualifiziert wird. Die Band ist wieder im Rennen!

We are back, Pitches!

Meanwhile: Beca zerstreitet sich mit Jesse, weil der ihren Vater gebeten hat, sie aus dem Polizeigewahrsam herauszupauken (kleiner Tumult um den Singe-Pokal) – was ich nur erwähne, weil dieser Streit natürlich nach einer Versöhnung hungert – die dann auch kommt: Beca überredet die Band (und am Ende auch Rechts-von-Dschingis-Khan-Aubrey) zu einem modernen Arrangement von „Don’t you forget about me“ (aus dem Jugendfilm-Klassiker „Breakfast Club“ – übrigens nur erträglich in der Pubertät, bei Erwachsenen verursacht der Film Hirntumore) – Jesses Lieblingsfilm und –Lied. Jesse ist versöhnt, die Band gewinnt, alle lieben sich!

Wie war’s?

Rundum recht gelungen! Die einfache Geschichte, die sympathisch-attraktiven Hauptdarsteller, die Musik, alles gut und auch für Erwachsene akzeptabel. Natürlich ist der Plot vorherzusehen, aber mal ehrlich: ist er das bei „Krieg der Sterne" etwa nicht? Kleiner Kritikpunkt bleibt die Asiatin, die nie spricht, sondern nur flüstert – und erst singenderweise voll aufdreht. Da ist mir das ethnische Stereotyp doch etwas arg pastös aufgetragen. 

Mein persönliches Highlight ist der einzige echte Schweinepriester, Schleimscheißer und Vollarschloch des Films: Bumper, Teamchef der Treblemakers spielt sein selbstbezogenes, arrogantes und über-Leichen-gehendes ich so überzeugend, man möchte ihn in die Güllegrube schubsen.

Die Troublemakers sind auch nicht schlecht, aber genauso schmierig. Bumper, der schmierigste von allen, ist der Dicke auf der linken Seite

Besonders lobend erwähnen möchte ich Anna Kendrick als Beca (so bin ich überhaupt erst darauf gekommen, diese Kritik zu schreiben – sie hatte mir ja in „End of Watch“ so gut gefallen und meine Liebste ist schon etwas ärgerlich geworden deshalb). Anna wird in diesem Film keine überragende schauspielerische Glanzleistung abverlangt, es scheint mal wieder einer dieser „auf den Leib geschriebenen“ Rollen zu sein, zu denen sie dem Vernehmen nach die Drehbuchregisseure schon mehrfach gebracht hat. Wen wundert’s.
Stimmbildung mit Volumen: Fat Amy (Rebel Wilson) kennen wir aus "Bridesmaids". Ich war direkt vom Mut ihrer Eltern beeindruckt, ihr Kind 'Rebel' zu nennen. Eine kurze Recherche ergab, dass Rebels Geschwister 'Liberty', 'Annachi' und 'Ryot' heißen. Uiuiuiui!


Friendlys Schulnote: Als Jugendfilm eine ZWEI. Eigentlich hat er mehr verdient, allerdings spielt das künstliche Setup des Jugendfilms hier in dem ebenso oder noch künstlicheren Setup eines amerikanischen College-Campus, und das ist dann von der Wirklichkeit schon ganz schön weit entfernt: Punktabzug. FSK-0 (übrigens in den USA ab 10! Wahrscheinlich wegen der Kotze – unhygienisch so etwas).

Hier noch das Minderheitenvotum: die Tochter meiner Freundin (16 – also genau im Zielgruppenalter) findet den Film scheiße. Sie habe ihn sich mit einer Freundin angesehen und sei eingeschlafen. Urteil: zu amerikanisch-panisch.

Mittwoch, 25. Februar 2015

Whiplash

In diesem Film geht es um den Unterschied zwischen "gut" und "herausragend", vorgeführt am Beispiel Musik. Jazz ist nun nichts für jeden, aber herausragende Musik kann man sich auch dann anhören, wenn man die Richtung eigentlich nicht so mag. Leider kommt das Drehbuch der Musik in diesem Fall nicht ganz so hinterher.
Ganz der große Meister: Das passt eigentlich nicht so gut zu Tätlichkeiten, Stühlewerfen, Anschreien und Mobbing

Worum geht’s?


Die Story ist einfach: begabter Schlagzeuger will groß herauskommen und gerät am Konservatorium an Lehrer Fletcher, der auch das Beste aus ihm herausholen will, aber mit Gewalt. Andrew wird im schnellen Wechsel mit Belohnungen gebauchpinselt und durch sinnlosen Entmutigungen gedemütigt. Er übt, bis die Finger bluten. Schließlich serviert er sogar seine Freundin ab, um mehr Zeit für die Musik zu haben. Es kommt zum Eklat, als Andrew nach einem Verkehrsunfall blutend und mit letzter Kraft auf der Bühne erscheint und folgerichtig den Gig vermasselt: Er stürzt er sich auf Fletcher und schlägt ihn vor dem Publikum zu Boden.

Der Schüler fliegt, der Lehrer fliegt auch – letzteres, weil Andrew vor Gericht die Beschwerde eines anderen Mobbing-Opfersunterstützt (was Fletcher nicht erfährt, sich aber zusammenreimen kann).

“I wasn't there to conduct. Any fuckin' moron can wave his arms and keep people in tempo. I was there to push people beyond what's expected of them

Zweiter Akt: Als Andrew (mittlerweile im Einzelhandel tätig, aber immer noch Drummer) nach einem halben Jahr seinen Ex-Lehrer Fletcher (mittlerweile Bar-Musiker) wiedertrifft, setzt Fletcher einen teuflischen Racheplan auf Gleis. Er lädt Andrew als Ersatzmann seines ausgefallenen Drummers zu einem Jazz- Festival ein, bei dem auch eine Anzahl Talentscouts anwesend sein werden. Allerdings… hat er Andrew das falsche Lied genannt. Anstatt mit „Whiplash“ beginnt das Konzert mit „Upswingin'“ – Andrew hat es nicht geübt und hat auch keine Noten. Er versucht's, improvisiert, aber versagt, und zwar spektakulär. 
Erst muss man üben wie ein Irrer, damit danach alles leicht aussieht.
Vor erstauntem Publikum und enttäuschten Talentscouts packt er seine Sachen und verlässt die Bühne – überlegt es sich aber dann wieder anders, setzt sich an das Set und beginnt „Caravan“ zu improvisieren. Nach anfänglichem Zögern setzt die Band ein und Fletcher dirigiert die Band zu einem triumphalen Höhepunkt.


Wie war’s?


Geht so. Für mich leidet der Film schon mal daran, dass man seine sympathischen Figuren mit der Lupe suchen muss. Andrew? Ist ein rücksichtsloser Monomane, der dem Schlagzeugen alles opfert: die Liebe, die Freundschaft, den Familienfrieden bei seinen Eltern und seine Gesundheit. Fletcher? Ein rücksichtsloser Mobber, dessen Lust am Quälen sich dem Vergleich mit Dr. House getrost stellen kann – mit dem Unterschied, dass House Erwachsene in die Zange nimmt, während Fletcher harmlose Musikanten-Kindern die Flügel ausreißt.

Eindeutig spielt die Musik die dritte Hauptrolle (und die einzige, die man ertragen kann), was mir ein bisschen zu sehr Kammerspiel war, um den Film wirklich zu mögen. 

Dazu kommt, dass Fletchers coole Sprüche und sein grausames Mobbing etwas allzu Einstudiertes hatten, um realistisch zu wirken. Oder hat er das am Tag vorher vor dem Spiegel geübt? Vom Charakter her nicht undenkbar…
Wir sind weder beim Zahnarzt noch beim Militär. Fletchers autoritären Methoden haben noch nie zum Ziel geführt. Trotzdem will er so weitermachen. Wer nur einen Hammer hat, für den wird die Welt zum Nagel.

Noch ein Wort zu Andrew: Mich hat es extrem gestört, dass dieser Whimp sich nicht stärker gegen seinen Tyrannen zur Wehr setzt. Schon Fletschers Schülerbeschimpfungen gehen zu weit – jeder normale Mensch würde sich das verbitten. Spätestens als Fletcher (vorgeblich zur Verbesserung des Rhythmusgefühls) seinen Schüler ohrfeigt, wäre offener Protest (und in Folge Fletchers Entlassung) unvermeidlich.

Als Resümee: Wer Jazz liebt, sollte rein gehen (bin hier väterlich vorbelastet). Wer eine halbwegs glaubwürdige Geschichte will: besser nicht.

Friendlys Schulnote: eine DREI-PLUS (Übrigens: einen Oscar für die beste Nebenrolle 2015). Ohne die zugegeben coole Musik: eine DREI-MINUS

Rätselfrage: In welchem Film spricht wer die Worte „Miss Pocahontas hat vor einer halben Stunde ausgecheckt“ 

Kleiner Nachtrag auf Anregung von Lena vom Filmblog "To the lighthouse": 
Ich hatte die Gelegenheit, mich in New York im (Luxus-) Hudson Hotel mit Randy Jones (dem Drummer vom Dave Brubeck Quartet), den ich dort zufällig beim Pool-Billard getroffen hatte, über Musik zu unterhalten (das klingt jetzt extrem lässig, aber es war a) tatsächlich das EINZIGE Mal dass ich mich mit einem Jazzmusiker unterhalten habe – in meinem Leben - und b) das einzige mal das ich ein so luxuriöses Hotel auf eigene Kosten gebucht habe).

Wir unterhielten uns über den Anarchismus und über die Frage, was man aus seinem Leben machen solle und Randy erzählte mir von einem Erlebnis,: Eine Mutter sei mit ihrem Sohn zu ihm gekommen und habe ihn angefleht, ihm ein paar Flausen aus dem Kopf zu jagen. Der Sohn nämlich wolle Musiker werden, und er wisse nichts über die Mühe die man dabei hat, das endlose Üben und die harte Zeit als unbekannter Musiker. Er, Randy habe die beiden beiseite genommen und habe dem Sohn die ganze Wahrheit erzählt: Das Leben als Musiker sei für ihn ein einziger Traum. Er übe wann er wolle, aber nicht mehr als vier Stunden in der Woche. Er komme viel herum, arbeite mit großartigen Musikern zusammen und habe jede Menge Spaß und viel Geld. Und ja, die Mädchen kämen in Scharen.

DAS klingt nicht grade nach „Whiplash“….

Antwort auf die letzte Frage: Wer hat in welchem Film zu wem „Russische Huren verirren sich manchmal dahin, aber die haben Krankheiten und weinen viel“ gesagt? Ich weiß es nicht mehr! Es war ein Kriegsfilm, und zwei Soldaten haben sich über vergangene Einsätze unterhalten. Wer mir den Film nennen kann, wird lobend erwähnt!

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Männertrip - Get him to the Greek

Der Versuch eines rechtschaffenen Biedermannes, sich noch eben in der Schlange vor dem Zoll ein Kondom mit Heroin unauffällig in den Hintern zu stecken ist die Art von Mitleids-Komik, die "Männertrip" (so ein blöder Titel!) prägt. Aaron Green hat hier wirklich nichts zu lachen - hoffentlich waren wenigstens die Drogen gut...
Schatzi - schau mal, ich kann noch Auto fahren! - Das Leben als Rockstar ist vielleicht doch nicht so zermürbend, wie uns die Medien glauben machen wollen

Worum geht's?

Aaron Green ist Rockmusik-Afficinado und Talentscout beim Paramount Plattenlabel. Die Firma ist in Schwierigkeiten und Greens Vorschlag scheint wie eine sichere Bank: er will Aldous Snow, einen legendären, aber heruntergekommenen Rockstar in einem Jubiläumskonzert auftreten lassen und mit Vermarktungsrechten und Re-Re-Mixen die Firma sanieren.

Der Chef schlägt ein und Green bekomt den Auftrag, nach sechs Monaten Vorbereitungszeit Snow rechtzeitig aus London (wo er mit seiner Mutter und einer kleinen Speichellecker-Enourage lebt) abzuholen und nach Los Angeles zum Konzert zu eskortieren.
Kreativsitzung im Plattenlabel: "Ich möchte jetzt absolut brillante Vorschläge hören, aber bitte plötzlich!"

Klingt zunächst unproblematisch. Green hat sogar 72 Stunden für den Trip veranschlagt, um seinen Schützling zwischendurch noch das eine oder andere Promotion-Interview geben zu lassen. Es stellt sich heraus, dass 72 Stunden eher knapp bemessen sind für einen Rockstar, der vor dem Abflug erstmal noch etwas shoppen und feiern gehen will. Green verschiebt verzweifelt Flug um Flug, bis sich der Star herablässt, endlich in die Maschine zu steigen.
"Mein Arsch wird nass" - Da darf man sich eben nicht ablenken lassen, whimp!

Ab da sinkt der Trip langsam in die Zonen organisatorischen Wahnsinns ab: Green weiß sich nicht anders zu helfen, als Snow den Alkohol und die Drogen wegzutrinken respektive zu rauchen, randaliert betrunken im Studio, Snow will unbedingt seinen Vater in Las Vegas besuchen, was beide tun und wo sie einen moralischen kriegen.... der dann dazu führt, dass Snow sich mit seiner Exfrau aussöhnen will und dort post-coital erfährt, dass er nicht der Sohn seines neunjährigen Sohns ist... der dazu führt, dass er nächtens bei Green und dessen Freundin auftaucht, die einen derartigen Streit über Greens fremdgehen mit einem Groupie haben, dass Greens Freundin Daphne auf Snows Vorschlag, zu dritt Sex zu haben eingeht...Unordnung und Unzucht allerorten! Wahnsinn! 
Ein Dreier ist eigentlich nie eine gute Idee. Zumindest Daphne hat aber ihren Spaß am Aldous unter der Decke. Dazu im Soundtrack: "Riding Daphne" von Infant Sorrow

Wie war's?

Abgedreht! Wie schon in der Einleitung erwähnt: der Film hebt sich wohltuend von den "Fremdschäm"-Komödien ab indem er stattdessen "Mitleids-Komik" ansetzt - den aber in solchen rauen Dosen und mit einer unausweichlichen Slow-Burn-Dramaturie, dass man sich wirklich gut amüsieren kann (ich zum Beispiel habe mich auf dem Boden gekugelt :-). Aldous Snow überzeugt als charismatischer Rockstar, der mit seinen pseudo-philosophische Erkenntnissen sogar ein streitendes Pärchen noch zum gemeinsamen Sex überreden kann, Aaron Green ist der Rock-Fan, der eigentlich gerne der Rock-Star wäre, Freundin Daphne die nach 24-Stunden-Schichten immermüde Ärztin - das passt. Der Film ist für Kinder ab 10 (FSK 12 bzw FSK 16, je nach Schnitt) geeignet, es gibt einige Beischlafszenen, die aber nicht so lang sind, dass sich die Kinder langweilen und etwas Vandalismus von Screwball-Typ.

Besonders lobenswert ist der Soundtrack zu erwähnen: Wer Rockmusik und Punk mag, wird mit der Filmmusik von den Sex Pistols, T. Rex und The Clash sehr glücklich sein. Die Soundtrack-CD enthält allerdings diese Lieder nicht - er entspricht eher einem unabhängigen Rock-Album, und keinem ganz schlechten.
Ende: gut - Aaron ist Snows Manager und Snow gelingt das Come-Back. Rock and Roll lives forever!


Friendlys Schulnote: eine ZWEI. Leichte Unterhaltung vom Feinsten, Schnelles Gag-Feuerwerk, ein Held zum Bemitleiden und ein Happy-End

Rätselfrage: In welchem Film fällt das Wort "Multipass"? (Googeln ist zwecklos, hihi...)

Antwort der letzten Frage:
Miranda war auf Harvard. In einer Episode gibt sie an, Stewardess zu sein, weil sie den Eindruck hat, dass ihre Männerbekanntschaften durch ihre Ausbildung in Harvard und ihren Job als Anwältin eingeschüchtert seien. Es stellt sich heraus, dass der Chirurg, den sie sich damit geangelt hat, im Gegensatz zu ihr seine berufliche Stellung etwas aufgehübscht hat: er arbeitet als Pfleger.




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